Absentismus: Wie Sie vermeidbare Fehlzeiten von Mitarbeitern reduzieren
Von Karsten Steffgen | Lesezeit: ca. 2 Minuten | Zuletzt aktualisiert am: 25. Februar 2026
Absentismus bezieht sich auf unentschuldigte Fehlzeiten von Mitarbeitern am Arbeitsplatz. Absentismus (lat. Absentia = Abwesenheit) im Unternehmenskontext ist das Interesse von Mitarbeitenden, einer Verpflichtung nicht nachzukommen, obwohl es keine Verhinderungsgründe (wie eine Erkrankung) gibt. Das Antonym ist Präsentismus. Wie Sie ihn gezielt reduzieren, zeigen wir Ihnen gerne.
Dies kann ein ernstes Problem für Unternehmen darstellen, da es zu Produktivitätsverlusten, höheren Kosten und niedrigerer Zufriedenheit führen kann.
Absentismus im Fokus
In einer modernen Arbeitswelt, die von steigender psychischer Belastung geprägt ist, stellt Absentismus Unternehmen vor enorme wirtschaftliche Herausforderungen. Doch während krankheitsbedingte Fehlzeiten oft als unvermeidbar hingenommen werden, verbirgt sich hinter dem Begriff „Absentismus“ häufig ein komplexes psychologisches Verhaltensmuster, das aktiv beeinflusst werden kann.
Absentismus ist in den seltensten Fällen ein Zeichen von „Faulheit“. Er ist ein Indikator für organisationale Schieflagen. Unternehmen, die eine Kultur des Vertrauens schaffen und die psychischen Grundbedürfnisse ernst nehmen, senken ihre Fehlzeitenquote nachhaltig und steigern gleichzeitig die Produktivität.
Definition: Was genau ist Absentismus? Eine psychologische Differenzierung
Absentismus beschreibt das Phänomen des Fernbleibens vom Arbeitsplatz, das über die rein medizinische Notwendigkeit hinausgeht. In der Arbeitspsychologie wird Absentismus oft als Rückzugsverhalten interpretiert. Es ist eine individuelle Reaktion auf ein Ungleichgewicht zwischen Arbeitsanforderungen und den zur Verfügung stehenden Ressourcen.
Ursachen für Absentismus: Warum Mitarbeiter fernbleiben – Theoretische Grundlagen
Um Absentismus effektiv zu bekämpfen, hilft ein Blick auf etablierte Modelle der Organisationspsychologie:
1. Das Job Demands-Resources (JD-R) Modell
Nach Bakker und Demerouti führt ein Übermaß an Job Demands (Zeitdruck, Rollenkonflikte) bei gleichzeitigem Mangel an Resources (Handlungsspielraum, soziale Unterstützung) zu Erschöpfung und emotionalem Rückzug. Absentismus fungiert hierbei als Schutzmechanismus, um die verbliebene Energie zu erhalten.
2. Der Bruch des Psychologischen Vertrags
Mitarbeiter haben implizite Erwartungen an ihren Arbeitgeber (Wertschätzung, Fairness, Entwicklung). Wird dieser „psychologische Vertrag“ durch das Unternehmen verletzt, sinkt die Bindung (Commitment), und die Schwelle für ein Fernbleiben vom Arbeitsplatz sinkt signifikant.
Strategien aus der Organisationspsychologie zur Reduzierung von Absentismus im Unternehmen
Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung erfasst in einem wissenschaftlich validierten Prozess alle Kernelemente der Arbeitsbedingungen und die entsprechenden Stressoren und Ressourcen, alle wichtigen Faktoren gesunder Führung sowie die organisationale Resilienz. Sie leitet Maßnahmen gezielt ab und ermöglicht ihre pragmatische Umsetzung. Die Wirkungskontrolle zeigt die Erfolge auf und ermöglicht die Feinsteuerung.
Um Absentismus zu reduzieren, sollten Unternehmen grundlegend auf verschiedene Maßnahmen setzen. Dazu gehört zum Beispiel ein
- betriebliches Gesundheitsmanagement, das Mitarbeiter dabei unterstützt, gesund zu bleiben und Krankheiten vorzubeugen.
- eine offene Kommunikation und ein gutes Betriebsklima können dazu beitragen, Konflikte am Arbeitsplatz zu vermeiden.
- weiterhin können flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, dazu beitragen, dass Mitarbeiter ihre Arbeit besser mit ihren privaten Verpflichtungen vereinbaren können.
- auch regelmäßige Schulungen und Trainings sowie Karriereperspektiven können dazu beitragen, dass Mitarbeiter motiviert bleiben und sich weiterentwickeln können.
- ein weiterer wichtiger Faktor ist die Einhaltung von klaren Regeln und Richtlinien zum Umgang mit Fehlzeiten. Hierzu gehört zum Beispiel die Festlegung von Krankmeldungsfristen sowie die klare Kommunikation von Konsequenzen bei unentschuldigtem fehlen.
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